Burnout

Burnout wird in der ICD mit dem Diagnoseschlüssel Z73.0 erfasst.
Der ICD-Schlüssel ist eine medizinische Klassifikation zur Systematisierung von Diagnosen. Die Abkürzung „ICD“ steht für International Classification of Diseases (ins Deutsche übersetzt: „Internationale Klassifikation von Krankheiten“).
Danach ist Burnout eine Rahmen- oder Zusatzdiagnose und keine Behandlungsdiagnose, die zum Beispiel die Einweisung in ein Krankenhaus ermöglichen könnte.

Burnout kann man auch als Trauma auf Raten bezeichnen.
Es werden die gleichen neurophysiologischen Gehirnprozesse ausgelöst. So kommt es beispielsweise zur Bildung eines neuronalen Stressnetzwerkes.
Die Bildung von Übermengen an Cortisol führt zu einer Blockade der Informationsleitungen zwischen Amygdala und Hypocampus. Beide gehören zum limbischen System. Das limbische System ist unter anderem für Emotionen zuständig, dient aber auch als Filter für Informationen und deren geordnete Abspeicherung in den unterschiedlichen Gehirnregionen.

Als wichtiger Begleiter auf dem Weg aus dem Burnout sind die Ansätze von Aaron Antonovsky (1923-1994) zu betrachten. Mit ihm eng zusammen hängen die Begriffe Salutogenese und Resilienz.

Bei der Behandlung von Krankheiten gleicht nach Antonovsky die Herangehensweise der Medizin dem Versuch, Menschen mit hohem Aufwand aus einem reißenden Fluss zu retten, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie sie da hineingeraten sind und warum sie nicht besser schwimmen können.

Die Salutogenese hingegen sieht den Fluss als den Strom des Lebens:

Der Mensch geht nicht trockenen Fußes am Ufer spazieren, sondern befindet sich ständig mitten im Strom des Lebens, aus dem es keine Rettung gibt, es sei denn, er kann ein guter Schwimmer werden. Die Salutogenese will ihn trainieren und ermutigen, mit Widrigkeiten im Leben zu rechnen, sich möglichst gut dagegen zu wappnen und Widerstandskräfte zu mobilisieren. Sie will den Menschen dahin führen, auch mitten in der Strömung trotz aller Risiken den Kopf über Wasser zu halten, dem Tragen des Lebensstroms zu vertrauen und an den gemeisterten Herausforderungen über sich hinaus zu wachsen.

Mögliche Symtome

  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Ängste
  • Schmerz(en)
  • Konzentrationsstörungen
  • Übermäßiges Arbeiten
  • Exzessiver Sport
  • Intensives Essen und Trinken
  • Medikamenten- und Drogenmissbrauch

Fakten zum Thema:

  • Der Begriff Burnout wurde erstmals 1974 von dem Analytiker Herbert Freudenberger im Zusammenhang mit helfenden Berufen verwendet
  • 1,5 Jahre dauert es, bis ein Mensch wegen Burnout handlungsunfähig wird. Dem voraus gehen viele und lange Krankschreibungen
  • Es dauert mindestens 6 Monate bis dieser Mensch wieder zurück am Arbeitsplatz ist
  • Nur 60% kehren überhaupt wieder zurück an ihren Arbeitsplatz
  • Erst nach einem weiteren Jahr wird eine Arbeitsleistung von gerade mal 70% erreicht
  • Die Folgen hierdurch sind:
    • Hohe Kosten für den Arbeitgeber
    • Hohe Kompensationsleistung des Teams

 

Ich bin zertifizierter Burnout-Coach und kann Sie mit verschiedenen Methoden, Übungen der Achtsamkeit und Entspannung, EMDR, Stressbewältigung und Ansätzen zur Veränderung auf Ihrem Weg der Gesundwerdung begleiten und unterstützen.
Auch präventiv oder wenn es sozusagen schon 5 vor 12 ist, können entsprechende Maßnahmen in der Therapie Schlimmeres verhindern.

Abschließend noch was zum Nachdenken…

„Die Menschen erbitten sich ihre Gesundheit von den Göttern – dass sie aber selbst den größten Einfluss auf ihre Gesundheit haben, wollen sie nicht wissen“ (Demokrit, 450 v. Chr.)